Vietnam als Investitionsstandort: 4 wichtige Kriterien, die ausländische Investoren
Für ausländische Investoren in Vietnam ist es unerlässlich, die rechtlichen, wirtschaftlichen und operativen Bedingungen systematisch zu verstehen. Dieser Artikel fasst vier wesentliche Kriterien für Investitionen in Vietnam aus einer praktischen Perspektive zusammen und bietet Richtlinien, die direkt bei der Entscheidungsfindung für Investitionen angewendet werden können.
1. Investitionsregistrierung: Entscheidungskriterien zwischen "Direktinvestition" und "Wertpapierinvestition"
Es gibt im Wesentlichen zwei Formen der ausländischen Investitionen in Vietnam: Direktinvestition (Gründung eines ausländischen Unternehmens) und Wertpapierinvestition (Investition in Finanzinstrumente wie Aktien und Anleihen).
- Bei der Direktinvestition müssen separate Investitionsregistrierungszertifikate (IRP) und Betriebsgenehmigungen beantragt werden. In der Regel sind Investitionen in Höhe von mindestens 500.000 bis 1.000.000 US-Dollar erforderlich. Die Regierung kann jedoch in bestimmten Branchen (z. B. Elektrofahrzeuge, Halbleiter) Genehmigungen auch bei geringeren Investitionssummen unter bestimmten Bedingungen erteilen.
- Die Wertpapierinvestition wurde erst nach der Einführung von Regelungen ermöglicht, die ausländischen Investoren den Zugang zum vietnamesischen Aktienmarkt ermöglichen. Sie ist auch mit geringeren Beträgen, unter 1 Million US-Dollar, möglich. Allerdings können in bestimmten Branchen (z. B. Banken, Telekommunikation) Beschränkungen für den Anteil ausländischer Aktienbeteiligung (z. B. 30 %) gelten.
Praktische Überlegung: Wenn die Investitionssumme unter 1 Million US-Dollar liegt, ist eine Wertpapierinvestition schneller und kostengünstiger. Wenn jedoch ein langfristiger Betrieb und eine lokale Präsenz erforderlich sind, muss die Direktinvestition vorbereitet werden.
2. Investitionsbeschränkungen nach Branchen: Unterscheidung zwischen "Vorrangbranchen" und "Beschränkten Bereichen"
Die vietnamesische Regierung führt eine "Liste der verbotenen und eingeschränkten Investitionen", die die Prioritäten für Investitionen in verschiedenen Branchen festlegt. Das Verständnis dieser Liste ist entscheidend für den Erfolg ausländischer Investoren.
- In Vorrangbranchen wie Elektronik, Automobilkomponenten, Halbleitermaterialien, Agrarverarbeitung und Batterien für Elektrofahrzeuge sind ausländische Investitionen weit verbreitet. Insbesondere die Halbleiter- und Elektrofahrzeugbranchen profitieren oft von staatlichen Subventionen und Steuererleichterungen.
- In beschränkten Bereichen wie Landnutzung, Herstellung von Tabakprodukten und bestimmten Finanzdienstleistungen (z. B. Versicherungsvermittlung) sowie im Betrieb großer Vertriebsnetze ist die direkte Beteiligung ausländischer Investoren erschwert. In einigen Branchen gelten Beteiligungsbeschränkungen (z. B. maximal 49 %), und es kann eine Zusammenarbeit mit lokalen Partnern erforderlich sein.
Praktisches Prinzip: Vor der Planung einer Investition muss die "Liste der verbotenen und eingeschränkten Investitionen" im vietnamesischen Investitionsgesetz geprüft werden. Insbesondere Branchen, die auf Infrastruktur ausgerichtet sind (z. B. Logistikzentren, Batteriefabriken für Elektrofahrzeuge), erhalten oft staatliche Unterstützung und weisen daher langfristig höhere Renditen auf.
3. Steuer- und rechtliches Umfeld: Realistische Strategien für Körperschaftssteuer, Mehrwertsteuer und Devisenmeldungen
Vietnam hat sein Steuersystem verbessert, um Investitionen anzuziehen, aber für ausländische Investoren besteht oft eine Diskrepanz zwischen den "theoretischen Steuersätzen" und der "realen Belastung".
- Grundlegende Körperschaftssteuer: Derensatz beträgt 20 %, kann aber in bestimmten Regionen (z. B. Wirtschaftszonen, Industriegebiete) oder Branchen für 10 Jahre steuerlich abgesetzt oder 5 Jahre befreit und anschließend 9 Jahre um 50 % reduziert werden.
- Mehrwertsteuer: Auf Inlandsumsätze wird ein Satz von 10 % erhoben, und auch auf Importe wird dieser Satz angewendet. Durch die Erhöhung des Anteils lokaler Beschaffung oder die Steigerung der Investitionen in Forschung und Entwicklung kann jedoch die Mehrwertsteuer erstattet werden.
- Devisenkontrolle: Wenn ausländische Investoren Gewinne in Vietnam in Fremdwährung umwandeln und ins Ausland überweisen, kann ein Limit von maximal 30 bis 50 Millionen Dong (ca. 120.000 bis 200.000 Euro) pro Jahr gelten. Dies muss der lokalen Bank vorgegeben werden und dauert 3 bis 5 Tage.
Praktische Strategie: Um die Steuervorteile zu maximieren, ist es vorteilhaft, in Wirtschaftszonen oder Industriegebieten zu investieren. Insbesondere Unternehmen, die sich auf Forschung und Entwicklung konzentrieren, sind förderfähig und tragen so zu einer langfristigen Rentabilität bei.
4. Zusammenarbeit mit lokalen Partnern: Der Wert eines "lokalen Netzwerks"
In Vietnam ist die Existenz lokaler Partner, die mit der politischen und wirtschaftlichen Stabilität sowie der lokalen Kultur und den Institutionen vertraut sind, ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Investitionen.
- Lokale Partner können wertvolle Unterstützung bei der Interpretation geltender Gesetze, der Kommunikation mit Behörden und den Verhandlungen mit lokalen Regierungen leisten. Insbesondere bei der Grundstückssicherung und der Einholung von Genehmigungen ist die Fähigkeit zur lokalen Vermittlung entscheidend.
- Es müssen jedoch im Voraus klare Vereinbarungen über die Beteiligungsstruktur und die Entscheidungsbefugnisse getroffen werden. Wenn lokale Partner mehr als 51 % der Anteile halten, können ausländische Investoren ihre operative Kontrolle einschränken.
Praktische Überlegung: Vor einer Investition sollten die früheren Erfolge, die rechtlichen Aufzeichnungen und die Beziehungen zu lokalen Behörden potenzieller Partner überprüft werden. In jedem Partnerschaftsvertrag müssen Klauseln zu "Entscheidungsbefugnissen" und "Streitbeilegungsverfahren" enthalten sein.
Zusammenfassung
- Bei der Wahl der Investitionsform: Wenn die Investitionssumme unter 1 Million US-Dollar liegt, ist eine Wertpapierinvestition schneller und kostengünstiger. Wenn die Summe über 1 Million US-Dollar liegt und ein langfristiger Betrieb geplant ist, muss eine Direktinvestition vorbereitet werden.
- Überprüfung der Branchenbeschränkungen: In Vorrangbranchen wie Halbleitern und Elektrofahrzeugen gibt es oft staatliche Unterstützung, während in beschränkten Bereichen wie Landwirtschaft und Tabak die "Liste der verbotenen Investitionen" unbedingt vor einer Investition geprüft werden muss.
- Nutzung von Steuervorteilen: Investitionen in Wirtschaftszonen oder Industriegebiete ermöglichen eine Steuerbefreiung für 5 Jahre und einen maximalen Steuerausgleich von 10 Jahren, was die langfristige Rendite um mehr als 30 % erhöhen kann.
- Rolle lokaler Partner: Sie spielen eine Schlüsselrolle bei rechtlichen Interpretationen, Genehmigungen und der Kommunikation mit der Regierung. In Partnerschaftsverträgen müssen Klauseln zur Streitbeilegung enthalten sein.
Der Schlüssel zum Erfolg bei Investitionen in Vietnam liegt im Gleichgewicht zwischen "genauen Informationen" und "lokaler Anpassungsfähigkeit". Es ist wichtig, nicht nur Zahlen und Pressemitteilungen zu berücksichtigen, sondern auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und die tatsächliche Umsetzung zu verstehen. Dieser Artikel soll ausländischen Investoren einen praktischen Leitfaden für den Einstieg bieten.
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